| | Mitten in der öffentlichen Geschäftigleit des Hamburger U-Bahn-Lebens erstaunte mich diese Ausstellung, die erstmal so erscheint wie eine Werbekampagne. Die Plakate bestechen durch eine perfekte Ästehtik, die die Menschen als Werbeträger umrahmt. Ihre extravagante Kleidung, ihr Styling, ihre hyperneuen Handys lassen vermuten, dass etwas verkauft werden soll. Aber im Gegensatz zur Werbung stehen hier keine maskenhaften Models, sondern Menschen, die sich in ihrer Verunsicherung, in ihrer Verletzlichkeit zeigen. Das verblüfft. Ihre Gesichter zeugen von einer Sehnsucht nach einem unbeschädigten Leben. Und dieses Leben ist eben nicht durch käufliche Produkte zu erlangen. Was ihnen fehlt, ist eben nicht das neue Handy, die neue Frisur. Wie so viele von uns westlichen Menschen leiden sie unter ihrem Misstrauen, ihrer Schüchternheit, ihrem Narzissmus,ihren Ängsten, die eine Mauer bilden, die sie von den anderen Menschen trennt. Doch sind sie den ersten Schritt schon gegangen - indem sie ihre Verletzlichkeit und Verletzung zeigen und die Fragen stellen, die ihre brennendsten sind. Wer reicht ihnen die Hand, um ihnen über diese Mauer hinweg zu helfen? |